Außerirdische Intelligenz in der Wissenschaftstheorie - Hessdalen Germany

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Außerirdische Intelligenz in der Wissenschaftstheorie

Außerirdische Intelligenz?

Zweifeln in der Wissenschaft

Ockhams Messer

Der ESA-Mitarbeiter Philippe Ailleris hat in einem Artikel für die Zeitschrift Acta Astronautica die internationale Forschungsgeschichte zu unerklärten atmosphärischen Phänomenen aufgearbeitet und gelangt zu folgendem Fazit: "For this reason it could be said to be essential not only to keep Norway’s Project Hessdalen active, but also to devote supplementary resources to it. [...] Here remains the possibility for Science to discover new phenomena, extraterrestrial or otherwise." (Acta Astronautica 68 [2011] 2–15)

Ja, Sie haben richtig gelesen: In einer renomierten Zeitschrift für Luft- und Raumfahrt wird die Frage gestellt, ob Phänomene wie die Hessdalen-Lichter durch Aktivitäten einer außerirdischen Intelligenz erklärt werden können (Argumente in der Diskussion über die extraterrestrische Hypothese). Nach gängiger Lesart handelt es sich bei derartigen Spekulationen um einen Tabubruch: Dinge wie UFOs gelten als moderner Mythos, der einer wissenschaftlich-methodischen Untersuchung nicht zugänglich ist.

Bestehendes Wissen in Frage zu stellen, zählt zu den großen Errungenschaften neuzeitlichen Denkens. Gelehrten wie Gallilei, Kepler, Darwin und Einstein haben den Zweifel an vermeintlichen Wahrheiten zu einem Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens gemacht.

Auch für das Hessdalen-Phänomen sollten Erklärungsansätze in Betracht gezogen werden, die bestehendes Wissen über unsere Welt in Frage stellen. Kein Wissenschaftler schließt bei der Untersuchung eines Phänomens bestimmte Möglichkeiten von vorne herein aus. Geboten ist vielmehr eine kritische Auseinandersetzung mit Erklärungsansätzen: Spekulationen über das Wirken einer fremden Intelligenz gilt es genauso zu hinterfragen, wie Hypothesen über piezoelektrische Effekte und Radonzerfall. "Ich weiß, dass ich nicht weiß" - diese alte sokratische Weisheit liefert auch einen guten Leitsatz für die Erforschung des Hessdalen-Phänomens.

 

Ein verbreiteter Einwand gegen die extraterrestrische Hypothese besteht in einer Denkfigur namens "Ockhams Messer". Demnach sollten zur Erklärung eines Phänomens so wenige Zusatzannahmen wie möglich herangezogen werden. Da die Existenz außerirdischer Besucher nicht als bestätigt gelten kann, wäre es sinnvoller, bewährte Annahmen zur Erklärung heranzuziehen.

Die Physiker Boris Smirnov und David Fryberger kommen allerdings zu der Einschätzung, dass die in Hessdalen beobachteten Phänomene nicht mit der heutigen Mainstream-Wissenschaft erklärt werden können und die Entwicklung neuer physikalischer Ansätze erfordern. Vor diesem Hintergrund müsste man sich also fragen, ob die Inbetrachtziehung einer außerirdischen Intelligenz tatsächlich eine voraussetzungsreichere Zusatzannahme wäre als die Entwicklung einer neuen Physik.

 
 
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